Kantonaler Kadettenverband


Zürich und Schaffhausen

                 

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Geschichte der Kadetten
in der Schweiz

 

Die Gründung des Kadettenverbandes Schweiz

Der Kadettenverband Schweiz wurde als Eidg. Kadettenverband am 12. September 1936 im Rathaus von Vevey gegründet – gleichzeitig fanden die ersten Schweizerischen Kadettentage in Vevey statt. Die Gründung des Dachverbandes war 1935 (zusammen mit der Einführung der Schweizerischen Kadettentage für Sport-Wettkämpfe) durch die Association des Anciens Cadets de Vevey aus Anlass deren 25-jährigen Bestehens angeregt worden. Beide Vorschläge stiessen in Kadettenkreisen auf allgemeine Zustimmung.

 

Die Entstehung der
Sport-Jugendorganisation Kadetten

Die im Kadettenverband Schweiz vereinten Organisationen haben bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts damit begonnen, ihren Kadetten ein polysportives Programm mit einem breiten Spektrum an Sportarten anzubieten: Von Skifahren und Snöben über alle Arten von Leichtatlethik bis hin zu Lagersport+Trekking und dem traditionellen Sportschiessen sowie zahlreichen Mannschaftssportarten (die Handballer der Kadetten Schaffhausen gehören auch dazu).

Heute ist der Kadettenverband Schweiz als Sport- und Jugendverband Mitglied der Swiss Olympic Association, dem Dachverband des Schweizer Sports und seit 1935 sein grösster Anlass die polysportiven Schweizerischen Kadettentage. Die Schweizerischen Kadettentage werden zumeist im Kanton Bern abgehalten. 1983 fanden die Kadettentage am Zürichsee grossen Anklang und es wurden erstmals Kochwettbewerb auf dem Lagerfeuer veranstaltet. 2008 werden die Kadettentage in Winterthur durchgeführt.

Die meisten der Kadettenvereine hatten sich noch als sog. Kadettencorps spätestens vor dem zweiten Weltkrieg oder bald danach dem Sport zugewandt und daraufhin ihre Programme auch für Mädchen geöffnet. Im selben Zeitraum wurden viele öffentlich-rechtliche Kadettencorps in privatrechtliche Kadettenvereine überführt. Militärisch ausgerichtet Programme verschwanden vollständig. Abgeschlossen wurde die Hinwendung zum Sport, durch das 1972 geschaffene Bundesprogramm Jugend+Sport (J+S), an welchem sich die Kadetten auch heute beteiligen. Gleichzeitig mit der Einführung von Jugend+ Sport, wurde die Bundesunterstützung des sog. militärischen Vorunterrichts eingestellt, wovon noch Aargauer Kadettencorps betroffen waren. Initiiert worden war dieser Wandel 1884, als an den Schulen mit dem obligatorischen Turnen der militärische Vorunterricht eingeführt worden war und die Zahl der alten Kadettencorps zurückging.

 

Die Herkunft der Bezeichnung „Kadett“

König Ludwig XIV. von Frankreich fasste die adligen Offiziersanwärter in besonderen „Compagnies des Cadets“ zusammen, in denen sie bis zur Erteilung des Offizierspatents als freiwillig Dienst leisteten. Den Cadets aus der Gascogne setzte der bekannte französische Romancier Alexandre Dumas mit seinem Werk „Die drei Musketiere“ ein literarisches Denkmal.

In verallgemeinerter Form fand der Begriff europaweit Verbreitung: "Cadet" bezeichnete im 18. Jahrhundert in vielen Ländern jeden jungen Adligen im Militär und später auch ganz generell Offiziersanwärter, ob adelig oder nicht. In der Schweiz wurde der Begriff jedoch nie im Sinne von „Offiersanwärter“ verwendet, sondern ursprünglich ganz allgemein für die Teilnehmer der Programme der Kadettencorps. Auch sog. Kadettenanstalten (Internate) oder Kadettenakademien gab es in der Schweiz nie.

 

Die alten Kadettencorps

Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts waren in zahlreichen Schweizer Orten erste Kadettencorps ins Leben gerufen worden. Die liberalen Initianten dieser Gründungen wollten ein Übergreifen der im 19. Jahrhunderts in Europa zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen auf die Schweiz verhindern. Deshalb wurde durch Vorbereitung auf die Rekrutenschule den noch jungen Bundesstaat unterstützt. Im Zeitraum von 1830 bis 1874 wurden dafür über 100 Kadettencorps gegründet, so dass 1874 über 150 Kadettencorps bestanden.

Solchen Kadettencorps gehörten Knaben im Alter von 10 bis ca. 15 Jahren entweder aus eigener Initiative an oder weil der Besuch eines Gymnasiums oder einer anderen Oberstufenschule damit verbunden war. Im Zentrum des Programms dieser Kadettencorps stand die Vorbereitung auf die Rekrutenschule mit „Exercieren“ und „Marchieren“ sowie „Manoeuvre“ und Schützenausbildung am sog. „Kadettengewehr“, einer verkleinerten Ordonnanzwaffe.

 

Die Kulturelle Bedeutung der Kadetten

Das Kadettenwesen hat an manchen Orten auch einen kulturellen Stellenwert, so werden z.B. manchenorts heute historische Kadettenanlässe als Volks- oder Jugendfeste gefeiert, wie z.B. die Solennität in Murten oder das Knabenschiessen in der Stadt Zürich. In manchen Fällen sind Kadettenvereine selbst Träger des Brauchtums, wie im Fall des mit dem Ausschiesset verbunden Fulehung in Thun.

 

Der Schweizer Schriftsteller Gottfried Keller war in der Stadt Zürich bei den Kadetten Zürich und beschrieb diese Jugenderlebnisse später im Entwicklungsroman "Der grüne Heinrich": Über mehrere Seiten stellt Keller einen zweitägigen „Ausmarsch“ mit Kadettenfest als krönendem Abschluss dar. Gottfried Keller blieb dem Kadettenwesen zeitlebens verbunden - aus Anlass des Ostschweizerischen Kadettenfests vom 1. bis 4 September 1856 in Zürich verfasste Gottfried Keller den Text für das erste schweizerische Kadettenlied.

Quellen:

-  Eidg. Kadettenverband (Hrsg.), 1936-1986 50 Jahre Eidg. Kadettenverband, 1986

-  Y. Clément, Les Cadets de Vevey, 2001

Wikipedia, Schlagwort „Kadettenverband Schweiz“

 

 

Woher kommen die Verkehrskadetten?

Die Verkehrskadetten entstanden in der Schweiz in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts parallel mit der Automobilisierung der Gesellschaft. Die Verkehrs- und Parkplatzregelung war zunächst ein zusätzliches Element des Kadettenprogramms. Infolge der grossen Nachfrage und dem sich daraus ergebenden Zeitbedarf wurden bald zahlreiche selbständige Verkehrskadetten- Vereine oder, wie bei den Kadetten Schaffhausen, Verkehrskadetten-Abteilungen gegründet, welche sich ausschliesslich Verkehrsund Parkplatzregelung wideten. Die reinen Verkehrskadetten-Vereine sind heute im Schweizerischen Verkehrskadetten-Verband, zusammengefasst.

 

Was heisst 'Kadett' wörtlich?

Ursprünglich nannte man in Frankreich die jüngeren Söhne der Adelsfamilien „Cadets“ (d.h. "der Jüngere"). Da in der Regel nur dem ältesten Sohn das Familienerbe zufiel, suchten die nachgeborenen Söhne traditionell ihr Glück in einem geistlichen Amt oder – v.a. der Jüngste - beim Militär.

 

Was ist eine Kadettenmusik?

Die Kadettencorps präsentierten sich bei Umzügen an Feiern und Jugendfesten. Etliche der alten Kadettencorps waren deshalb auch mit einer Blasmusik ausgestattet. Aus diesem Grund existieren heute manchenorts die historischen Kadettencorps als Kadettenmusik genannte Jugendmusik-Gesellschaften weiter bzw. sind Kadettenvereinen angegliedert, wie in Burgdorf, Horgen, Huttwil, Thun, Horgen, Murten.