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Sechs
Jahrzehnte Jugendarbeit:
Thedi
Wagner ist für mindestens drei Generationen von Kadetten ein Begriff. Am 15. Februar
1923 kam er in Meilen zur Welt und trat als Sekundarschüler ins Kadettenkorps ein, das
damals vom legendären Feldmeilener Lehrer Alfred Bürkli geleitet wurde.
Es
war die Zeit zwischen Krise der Dreissigerjahre und zweitem Weltkrieg. Für das auf den
Neuenburgerhandel 1856 zurückgehende Kadettenwesen hatte wie übrigens auch für
andere Jugendorganisationen wiederum die Ertüchtigung der Jugend zur
Landesverteidigung hohe Bedeutung. Da waren Sport, Exerzieren, Ausmärsche, Schiessen
Hauptbeschäftigung.
Doch
bahnte sich in dieser Zeit ein Umdenken an. Jugendliche müssen und wollen nicht nur
geführt werden. Sie sind auch zu Eigenverantwortung und Mittragen anzuleiten.
Diesen
Schritt beeinflusste Thedi Wagner als Kadettenhauptmann 1939 mit. Nicht mehr der Leiter
allein soll das Übungsprogramm bestimmen, seine Kaderleute sind bei Vorbereitung und
Durchführung einzubeziehen.
Nach
dem Kriegsende waren Kadetten nicht mehr im Trend. Der Bestand sank von über hundert auf
dreissig, andere Jugendgruppen wurden erfolgreicher. Nach wenigen Jahren kam Thedi Wagner,
der als Wachtmeister auch Aktivdienst geleistet hatte, als Leiter der Meilener Kadetten
zurück und brachte sie zu neuer Blüte. Das Miteinbeziehen der jugendlichen Leiter konnte
er nun fortführen. Er setzte auf den Sport Orientierungslauf, Bergtouren,
Schwimmen, Skifahren, Zelten zog aber auch das traditionelle Schiessen in dieses
Sportprogramm mit ein.
Das
Rezept zu seinem Erfolg war wohl, dass er zwar immer mit Bestimmtheit führte und gegen
aussen die Verantwortung trug, seinen minderjährigen Kadettenführern aber eher wie ein
älterer Bruder zur Seite stand, denn als Chef. Das Motto hiess: Soviel Führung wie nötig, aber so wenig wie möglich.
Unvergessliche
Erlebnisse hatten seine Schützlinge auf Wanderungen, an Zeltwochenenden, im Wald, auf
dem Wasser, im Schnee, in den Bergen. Und daneben wuchsen sie langsam in die Verantwortung
hinein, übernahmen Chargen und erwarben so manches nicht zuletzt auch seriöse
Kenntnisse in Administration und Organisation das ihnen später im Beruf, in
anderen Freizeitgruppen, und natürlich auch im Militärdienst zu Gute kam.
Nach
und nach veränderte sich das Kadettenkorps Meilen, und mit ihm der kantonale, ja auch der
eidgenössische Verband, in denen Thedi Wagner ebenfalls immer mitarbeitete. Im Rahmen der
Organisation Jugend+Sport wirkte er jahrelang als Leiter und Ausbildner. Als mit
wachsendem Freizeitangebot die Bereitschaft der Jugendlichen abnahm, sich ganzjährig zu
binden, schuf er eine neue Struktur mit Wahlfachkursen, die dann von verschiedenen Gruppen
besucht wurden. Auch hier bezog er immer geeignete Teilnehmer in die Organisation mit ein.
Im
Wissen um emotionale Bedürfnisse und gruppendynamische Anforderungen lag ihm daran, mit
der ehemaligen Kadettenhütte in Meilenerberg ein Zentrum zu bewahren, wo Geselligkeit und
Freundschaft ihren Platz haben konnten. Bis heute betreut er dieses Haus zur Freude der
jugendlichen Benützer.
Wir
alle, die wir von Thedi Wagner Wesentliches gelernt und mitbekommen haben, danken ihm
herzlich für all die Jahre seines Einsatzes und für die Freundschaft, die zwischen uns
all die Jahre Bestand haben durfte. Chlaus
Walter |
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